Bikepackingsetup

Taschen für Individualisten

Unter modernen Bezeichnungen haben die ursprünglichen Transportmethoden der Ranndonneure zu wiederentdeckten und neu entwickelten Taschenformaten auf dem Markt geführt.

bikepackingsetup_grafik_handlebar bagFrontal unter dem Lenker wird, unter selber Bezeichnung wie beim Reiserad, der sogenannte „handlebar bag“, eine Lenkertasche, angebracht. Dabei handelt es sich jedoch um eine zylindrische/ röhrenförmige Tasche oder einen Packsack, der vereinfacht mit Riemen an Lenker und Steuersatz befestigt wird. Neben dem erhöhten Schwerpunkt und der freieren Sicht auf Reifen und Untergrund liegt der Vorteil in der problemlosen Nutzung einer Federgabel, deren Sinn oder Unsinn von Vorhaben und Terrain abhängig ist und allgemein gerne diskutiert wird.
Über die, ohne große Kosten realisierbare, Variante einen Packsack mit Riemen zu befestigen hinaus, gibt es Konstruktionen die ein einfaches und schnelles Lösen und Befestigen des Packsacks ermöglichen. Es gibt inzwischen auch Modelle bei denen der Packsack mit den Befestigungsriemen vernäht ist (z.B. Double Twist). Manche Modelle haben eine Fixierung zum Steg der Gabel (z.B. Mountain-Lion Strap), oder haben spezielle Abstandshalter die die Tasche weg von den Zugängen/ Anschlüssen der Bremsleitungen und Schaltzüge an den Armaturen rücken (z.B. Harness). Mehr zu Ängsten, Zweifeln und Vorurteilen über diese Taschen findet ihr unter Handlebar bag.

bikepackingsetup_grafik_front pocketEine gute Erweiterung zum Handlebar bag ist eine sogenannte „front pocket“. Eine 2-4 Liter fassende, rechteckige, zusätzliche Tasche, die frontal um den Handlebar bag geschnallt wird, oder diesen in Ansätzen ersetzen kann(z.B. Pockets).

Ein weiteres Taschenformat kann am Lenker genutzt werden. Der, meines Wissens nach, noch nicht genau bezeichnete, aber durch revelate design unter diesem Namen geprägte, sogenannte „Mountain Feedbag“. Eine meist zweifach angebrachte, kleine zylindrische Tasche, die fahrerseitig, jeweils rechts und links am Lenker montiert wird. Genaueres in einem Review von Kurt Gensheimer auf mtbr.com Da ich selber diese Taschen noch nicht testen konnte, kann ich nicht genau sagen, ob es bei der gemeinsamen Nutzung mit einem Handlebar bag zu Komplikationen/ Platzproblemen kommen kann.

bikepackingsetup_grafik_gabelOhne mir genau bekannte Bezeichnung, nutzen Bikepacker teilweise auch den Bereich der Gabelschäfte, sei es Starr- oder Federgabel, um kleineres Gepäck unterzubringen. Hierbei wird im einfachsten Fall ein Packsack mit Riemen oder ein Flaschenhalter befestigt.

bikepackingsetup_grafik_framebagDesweiteren nutzt man einen sogenannten “framebag“, eine Rahmentasche die das Rahmendreieck des Fahrrads komplett oder größtmöglich ausfüllt. Diese Tasche muss in der Regel als Sonderanfertigung/ Maßarbeit hergestellt werden, um den unzähligen Rahmengeometrien gerecht werden zu können.
Framebags können variantenreich und mit pfiffigen Features versehen sein. Die normalerweise im Rahmen vorhandenen Flaschenhalter werden entfernt, verlegt oder können durch Aussparungen im Framebag weiter genutzt werden. Auch Aussparungen für den Dämpfer und die Gelenke bei Fullsuspension-Bikes können realisiert werden. Die Positionierung der Reißverschlüsse ist bei den meisten Herstellern frei wählbar. Auch können Framebags mit herausnehmbaren Trennebenen in Fächer aufgeteilt werden. Das Stau-/ Aufnahmevolumen eines solchen rahmenfüllenden Framebags ist nicht vergleichbar mit denen im normalen Handel erhältlichen Dreieckstaschen oder anderer im Rahmen untergebrachter Taschen. Nach dem Handlebar bag ist dies die noch am einfachsten selbst zu realisierende Tasche.

bikepackingsetup_grafik_seatbagUnter dem Sattel wird ein „Seatbag“ angebracht. Dieser unterscheidet sich bis auf die dreieckige, einem Kuchenstück ähnliche Form, vor allem durch seine Größe von 6-14 Litern Volumen und der Art der Anbringung von denen im normalen Radhandel erhältlichen Werkzeug- und Müsliriegel-Seatbags. (z.B. Visacha) Es gibt von Hersteller zu Hersteller verschieden, aber, vom Prinzip her, sehr ähnlich ausgeführte Führungen der Riemen und Spanngurte. Den meisten gemein ist aber ein Rollverschluss. Um das Gepäck in der Tasche komprimieren zu können, haben einige Modelle einen, etwa auf halber Höhe, im Inneren der Tasche angenähten Spannriemen. Einen Seatbag selbst herzustellen gehört in meinen Augen schon zu den gehobeneren DYO/ DIY-Projekten, ist aber wie manch schönes Beispiel zeigt mit etwas Fleiß und Geschick machbar.
Um Zweifel und Skepsis über dieses Taschenformat aus dem Weg zu räumen, lest mehr unter Seatbag

bikepackingsetup_grafik_toptubesHinzu kommen sogenannte „Gastanks“ oder auch als „Toptubes“ bezeichnete Taschen. Leider wieder nur in Müsliriegel- und Handygröße angeboten findet man Ähnliches auch im normalen Radhandel. Eine längliche, zum Fahrer hin schräg abfallende Tasche wird zwischen dem vorderen Ende des Oberrohrs und dem Steuersatz befestigt. Eine weitere kann zwischen dem hinteren Ende des Oberrohrs und der Sattelstütze angebracht werden.

Die Liste der Händler, Hersteller und Bezugsquellen ist zum Glück in den letzten Jahren von ehemals 1-2 bekannten Händlern in Übersee zu einer gewissen Vielfalt auch in Europa ansässiger Händler gewachsen.
Dies hat auch dazu geführt, dass dieser Sport nun immer populärer wird und ins Augenmerk der Öffentlichkeit rückt. Inzwischen werden auch die Produkte aus Übersee von ausgewählten Händlern in Europa vertrieben. Durch die einfachere Kommunikation und den schnelleren, günstigeren und unkomplizierteren Versand sind wichtige Hürden gebrochen. Mir bekannte Händler habe ich hier aufgelistet Händler Bikepacking-Equipment.

Es gibt auch Zwischenlösungen wie die Kombination eines Sattelstützen-Gepäckträgers mit sogenannten Toprack-Koffern oder Taschen. Rein augenscheinlich halte ich davon nicht viel. Sie kombinieren in meinen Augen die Nachteile beider Systeme. Die starre Verbindung eines Gepäckträgers mit den „Schlingererscheinungen“ eines Seatbags. Von Ästhetik und Design will ich hier gar nicht reden…

Den Einsatz von Frontgepäckträgern, die es inzwischen auch für die Kombination mit Federgabeln gibt kann ich nur schwer beurteilen. Bei Starrgabeln mögen sie eine Berechtigung haben. Aber bei Federgabeln sehe ich den Einsatz wegen der, durch die konstruktive Anbringung bedingten, ungefederten Masse, die auf einen Bereich der Gabel einwirkt der dafür nicht konzipiert ist, kritisch. Im Großen und Ganzen handelt es sich bei einem Frontgepäckträger wieder um starre Verbindungen, die ich zu umgehen versuche.
Eine teilelastische Anbringung des Gepäcks bietet diese, in meinen Augen ebenfalls nur bedingt einsetzbare Lösung des freeloaders

Zu erwähnen ist noch, dass viele Bikepacker zusätzlich einen Rucksack nutzen.
Unter Nutzung eines solchen in Kombination mit einfallsreichen DYO/ DIY-Gebastel ist unser guter alpenzorro mit einer sehr individuellen Zwischenlösung unterwegs.

Lest mehr über den Unterschied zwischen Reiserad- und Bikepackingsetup

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