Review gelert solo – das Zelt

eine Liebeserklärung

Ein Zelt für 50€? Das kann nicht gut gehen!? „Ein-Mann-Särge“ mit 1,5kg Gewicht kosten normalerweise ein Vielfaches. Aber für alle die ihr Fähnchen nach dem Preis richten nur schon mal so viel, inzwischen kostet es (leider) 70€.

geliebtes gelert solo
Ihr werdet hier keine Review finden, wie ihr sie gewohnt seid. Ich habe leider, trotz vieler Einsätze, kaum (gute) Bilder vom Zelt und diese sind auch nicht auf Details wie bei einer Review ausgelegt. Das werde ich aber noch nachholen, wobei ich hier nicht vorhabe jede Naht und jeden Reißverschluss zu besprechen. Vielmehr will ich hier zeigen, dass auch sehr günstige Produkte verdammt gut funktionieren können und dass es die best angelegten 50€ meiner Ausrüstung sind.

Warum das gelert?
Neben den unter der Ein-Mann-Sarg aufgeführten Gründen wollte ich vor allem auch mal alleine auf Tour. Ein Tarp oder nur Biwakieren kam wegen mangelnder/ungeeigneter Ausrüstung und vor allem wegen Mücken nicht in Frage. Ich hatte immer wieder mal nach 1-Mann-Zelten recherchiert. Neben den sündhaft teuren 1kg-UL-Varianten gab es inzwischen auch ein paar 1-Mann-Zelte um 150€ bei <1,8kg Gewicht.

gelert solo 1,5kg, 50€ – Puh!? Kinderzelt für den Garten aus dem Baumarkt? Oder doch günstige britische, regenerprobte Qualität? Die Farbe („Tarn“)Grün war jedenfalls schon mal gut. In Reviews fand ich bezüglich der Wettertauglichkeit keine negativen Aussagen oder Erfahrungen, im Gegenteil, ich las nur Positives. Nur leider fand sich kein wirklicher Langzeittest. Egal, die Zeit drängte, ich wollte auf Tour. Für 50€ kann man nicht viel falsch machen und wenigstens mal das Prinzip 1-Mann-Zelt testen war das Motto.

Lieferumfang:
Das Zelt ist eine kompakte kleine Rolle, die bei mir meist im Handlebarbag verstaut wird. Da aber Außenhülle und Innenzelt separat sind, kann man das Zelt auch gut an mehrere Positionen verteilen. Unangenehme Plastik-Chemie-Gerüche gab es beim Auspacken nicht. Der Zeltbeutel ist ohne Reißverschluss, was eine Schwachstelle weniger ist. Ein- und Auspacken ist leicht machbar. Heringe und Gestänge sind in separaten Beuteln. Alle Abspannleinen sind vorhanden. Es liegt sogar ein Flick-Set bei.

Maße:
Die Maße findet ihr schnell über Händler und Suchmaschinen raus. Nur so viel, weder die räumlichen Abmessungen, noch die Werte der Wassersäulen gehören zu den großen Zahlen. Dafür sind sie aber klein und fein.

Gewicht (eigene Messwerte):

– Gelert Solo kompl. 14+4 Heringe für Tarp

1680g

– Hering einzeln

ca.20-25g

– Packsack

40 g

– Außenzelt

440 g

– Innenzelt

550 g

– Heringe 16 Stck. + Repair-Kit

360g

– Gestänge

310 g

Auf- und Abbau:
Auf- und Abbau sind problemlos in 5-10min gemacht. Bei Regen arbeitet man einfach unter dem ausgebreiteten Außenzelt. Fuß- und Kopfgestänge ins/ ans Innenzelt, Haken einhängen und mit jeweils 3 Heringen an Kopf-und Fußende das Innenzelt aufrichten. Außenzelt am Gestänge anknoten und mit weiteren 6 Heringen abspannen. 2 weitere Heringe werden für die Abspannleinen benötigt, die ich aber kaum nutze. Man braucht zwar viele Heringe, holt dafür aber ordentlich Raum raus und hat ein fest abgespanntes Zelt.

Platz:
Ein schmaler Streifen von ca. 2,5×1,5m reicht um das Zelt aufzustellen.

Raumangebot:
Natürlich ist das Zelt winzig und auf jeder Tour wird das erste Umziehen im Zelt zur Herausforderung, aber man gewöhnt sich nach kurzer Zeit daran. Auch anfängliche Probleme/ Gedanken des Wie-ins-Zelt-Kommens verflüchtigen sich als bald und das Ein- und Aussteigen wird zum unbemerkten Automatismus.
Man sollte das Innenzelt gut abspannen und vor allem nicht vergessen die Haken vom Innenzelt am Gestänge zu befestigen. Ich selbst bin 1,80m bei 70kg und empfinde den Platz im Zelt nach ein paar Tagen auf Tour sogar als großzügig und gemütlich. Ich kann problemlos mit angewinkelten Knien schlafen und Kopf- und Fußbereich sind ausreichend hoch. Ich nutze eine Therm-a-Rest prolite 3 regular, die im Zelt auf jeder Seite noch gute 20cm Platz lässt. Im Kopfbereich sind es ca. 30cm. Dort liegt der Rucksack (deuter TransAplin 32 EL) den ich als Kopfunterlage nutze. Um mich herum und im Kopfende liegen dann noch Klamotten, Beutel und anderer Kram. Sehr positiv ist der große Abstand zwischen Innen- und Außenzelt der ein gewisses „Ausbeulen“ durch Ausrüstung oder beim Umziehen erlaubt, ohne gleich einen (Kondens)Wasserlauf ins Zelt zu führen.
Am Kopfende auf Seite der Apsis stehen die Schuhe, angelehnt ans Innenzelt, regensicher.

Auf der gegenüberliegenden Seite findet sich die in meinen Augen Problemzone des Zeltes. Hier hat man 10-20cm Luftraum zwischen Außenzelt und Innenzelt. Der Platz reicht gerade so, um den Rucksack dort zum Beispiel über Nacht unterzubringen. Es drückt dann aber schon ganz schön gegen das Innenzelt. Ich nutze den Raum meist zum Wäsche Trocknen und Lüften, indem ich sie über das Innenzelt lege. Schade, dass an dieser Stelle das Innenzelt nicht etwas weiter geschnitten ist, oder dass es wenigstens einen Zugang (Reißverschluss) gibt, um von Innen den Raum zugänglich zu machen. gelert_gross u klein_1440x1080_mlgelert_raum_1440x1020_ml

Belüftung:
Hier bietet das gelert solo in meinen Augen klare Vorteile. Das Zelt hat an Kopf- und Fußende eine Belüftungsklappe, die wie meist nur bedingt funktioniert. Neben der richtigen Positionierung zum Wind schafft das Anbringen eines Stöckchens zum Öffnen/ Aufhalten der Klappe Abhilfe. Dann spürt man auch im Zelt den Luftzug wenn man den Kopf hebt.

Das Außenzelt lässt sich sehr tief abspannen um Wind und Luftzug zu vermeiden. Man kann aber auch eine angenehme „Durchzugs-Lüftung“ einstellen.

Der Eingang lässt sich wunderbar zu einem Viertel oder halb aufrollen und mit den angebrachten, eigentlich dafür nicht vorgesehenen, Klettverschlüssen fixieren. So hat man eine gut zugängliche und einstellbare Belüftung direkt auf Kopfhöhe die auch bei Regen funktioniert.

Wer es luftig mag kann auch die Seitenwände des Außenzeltes hochrollen, die dann mit etwas Spannung auf dem Gestänge liegen. So hat man einen gewissen Regenschutz von oben und zu den Seiten freie Sicht.
Oder man lässt dass Außenzelt ganz weg, beziehungsweise rollt es am Kopf- oder Fußende zusammen. Leider hat das Dach des Innenzeltes kein Mesh für einen Blick in den Himmel.

Regen:
Bisher keine Probleme mit anhaltendem (Stark)Regen und Bodenwasser. Auch nach einer verregneten Woche keine Leistungs-Einbußen. Nach bald 3 Jahren und vielen Touren dicht ohne weitere Pflege.

Kondens
Lässt sich eigentlich nicht vermeiden, ist aber im gelert solo problemlos. Der Abstand zwischen Innenzelt und Außenzelt ist sehr groß. Das Kondenswasser läuft sehr gut ab und am nächsten morgen schüttelt man das Außenzelt aus und nach 20min in der Sonne ist es trocken.gelert_trocknen_1440x1080_ml

Bodenplane:
Ist mit 15-20cm ausreichend hoch gegen Wind und Steigwasser geschnitten und erinnert an eine Baumarktplane. Die Plane ist sehr robust und dicht, auch bei Druck.

Insekten:
Keine Ahnung ob die Bodenplane skorpion- und schlangenfest ist. Und keine Ahnung ob das Mesh fein genug für Highland-Mosquitos ist. Alles andere ist bisher draußen geblieben.

Verarbeitung/ Qualität:
Alle Nähte sind sauber verarbeitet und dicht. Die Materialien sind robust und unempfindlich. Die Reißverschlüsse laufen flüssig und sind robust. Die Zuschnitt-Maße von Zelt und Gestänge sind sauber. Es ist genug Spannung auf dem Zelt, aber es gibt kein Zerren und Gehake beim Auf- und Abbau.

sozialer Effekt:
Das Zelt fällt auf wo es auffallen soll. Auf dem Campingplatz hat man immer sofort (mitleidigen) Kontakt.
Das Zelt bleibt unauffällig wo es unauffällig sein soll, im Wald oder auf einer Wiese lässt sich das kleine Grüne gut verstecken.

DYO/DIY
Das Gestänge ließe sich ohne weiteres ersetzen/ austauschen. Manche nutzen einen Stock oder Stab um den Eingang aufzustellen und manch einer kocht sogar darunter.
In diesem Beispiel wurde eine Unterlegplane pfiffig zugeschnitten und bietet so mehr geschützten Stauraum in der Apsis link

vergleichbares Zelt:
Jack Wolfskin gossamer 1,75kg, 100€
Das JW gossamer bietet durch seinen Schnitt etwas mehr Raum, hat dafür aber keine wirkliche Apsis. Die Bodenplane wirkt recht dünn und man hat eine Abspannleine vor dem Eingang.
Für mich der Hauptnachteil ist, dass Außenzelt und Innenzelt ein Objekt sind. Neben den weniger flexiblen Verstaumöglichkeiten beim Transport, hat es gerade morgens beim Zusammenpacken einen entscheidenden Nachteil wenn Außenzelt und Innenzelt nicht separat sind. Schon beim Abschütteln von Kondens- und Regenwasser kann ich mich nicht mit der Außenplane entfernen, so dass auch das Innenzelt samt Inhalt zumindest Spritzwasser abbekommt. Man muss das gesamte Zelt samt Inhalt in die Sonne tragen/schleifen und kann nicht einfach nur das Außenzelt zum Trocknen in die Sonne oder über einen Busch legen und währenddessen das Innenzelt leerräumen und verpacken. Für mich ein klarer Nachteil.
Ein für mich weiterer großer Nachteil des JW gossamer ist die Belüftung und der Eingang. Ist der Eingang auch nur zu einem Viertel offen, regnet es hinein. Wer sein Zelt gerne mal offen vergisst oder auch bei Regen nicht auf frische Luft und eine kleine Aussicht verzichten will sollte das Bedenken. JW gossamer_1440x840_ml

Fazit:
Nun begleitet mich das gelert solo im dritten Jahr. Es funktioniert nach vielen Touren immer noch tadellos und wir haben inzwischen eine ganz besondere Beziehung…

Einer der Momente mit meinem gelert-solo:
Auf einem Campingplatz abends beginnender leichter Regen und dunkle Gewitterwolken am Horizont. Ich bin müde und verkrieche mich ins Zelt. Der Regen wird stärker. Ich schlafe.
Spät am nächsten Vormittag lässt der Regen langsam nach. Der Campingplatz ist voller Pfützen und auch die Plane über dem Rad hält einen tief hängenden See bereit. Ich krieche aus dem Zelt. Die Nachbarsfrau, eine Familie mit Wohnwagen, fängt mich auf dem Weg zum Duschhaus auch gleich ab und sagt mir sie hätte sich solche Sorgen um den jungen Mann in dem winzigen Zelt gemacht, es hätte ja so ein furchtbares Unwetter gegeben. Ich konnte ihr nur sagen, dass ich geschlafen hatte und dass bei mir alles trocken geblieben ist. Sie nahm mir das wohl nicht so ganz ab, egal, ich drehte mich um und warf meinem gelert einen dankbaren und beeindruckten, fast schon, hingebungsvollen  Blick zu und machte mir Sorgen um die Tiefe meines Schlafes…

Fremd-Reviews:
Mehr visuelle Eindrücke findet ihr durch die Bildersuche oder in anderen Reviews wie diesen hier:

8 Gedanken zu “Review gelert solo – das Zelt

  1. Mal ein kurzes Update. Ich konnte mit zwei Globetrotter-Gutscheinen die alten Stahlheringe durch eine billige und nicht gut bewertete, aber nur halb so schwere Alu-Variante ersetzen. Mal sehen was die taugen. Das gute gelert wiegt jetzt komplett exakt 1495g.

  2. Wo hast Du denn das Gelert gekauft?
    Im Internet ist es überall irgendwie nicht mehr erhältlich und auf der UK Gelert Homepage auch nicht mehr, seit die Karrimor haben. Das 1-Personen Zelt Karrimor Xlite 1 ist ja völlig anders vom Aufbau her.

    • Hallo Paul,

      ich habe mal die alte Rechnung rausgekramt, Sommer 2010 hier gekauft.
      Schau mal in dem Thread. Das „gelert solo“ scheint es nicht mehr zu geben, dafür gibt es ein nach erstem Augenschein identisches „Grand Canyon Richmond“.

      • In der Tat scheint das Grand Canyon Richmond (das übrigens gerade für unter 40€ zu haben ist) weitgehend identisch mit dem Gelert Solo zu sein. Die Schnittmuster von Innen- und Außenzelt sind offenbar exakt identisch, die verwendeten Materialien scheinen sich aber geringfügig zu unterscheiden. Möglicherweise gibt es auch Unterschiede bei der Verarbeitungsqualität, was sich nur durch einen direkten Vergleich feststellen ließe.

        + Das Richmond hat eine Wassersäule von 2000 mm (Gelert: 1500 mm).
        +- Sowohl Außen- (425 g incl. Abspannleinen) als auch Innenzelt (485 g) sind etwas leichter.
        +- Das Gestänge ist ebenfalls leichter (280 g).
        – Die mitgelieferten Heringe sind extrem schwer (420 g für 16 Heringe!).
        – Es fehlen Reparaturset sowie Tasche und Lampenbefestigungsschlaufe im Innenzelt.

        Nach einem ersten Probeaufbau habe ich die 16 Stahlheringe durch 10 Aluminiumheringe (110 g, 7€) ersetzt (mehr braucht man nicht für einen stabilen Aufbau), die viel zu lange Tasche für die Stangen gekürzt und die Anleitung weggelassen und das Gewicht somit auf gerade einmal 1370 g reduziert.

        Was mir bei der Begutachtung wenig Vertrauenserweckend erschien war, das die Nähte an der unteren Plane des Innenzeltes, an der die Schlaufen befestigt sind, nicht weiter abgedichtet sind. Ist dies beim Gelert auch der Fall? Ich frage mich schon, wie trotz der angeblich höheren Wassersäule das geringere Gewicht zu Stande kommt und ob nicht evtl. Abstriche bei Materialqualität und Verarbeitung gibt.

        Mal sehen, wie sich das Richmond sich in den kommenden Wochen bewährt!

      • Hallo Timar,
        danke für deinen ausführlichen Kommentar.

        Nähte:
        Nein, beim gelert sind die Nähte dort auch nicht abgedichtet (hatte das noch nie nachgeschaut, weil ich bisher keine Probleme hatte. Das Zelt war auch gerade erst wieder an einem verregneten Wochenende auf matschigem Waldboden im Einsatz. Es scheint aber, dass da Baumwollfäden/ -garn verarbeitet ist. Vielleicht reicht dessen Aufquellen ja aus….
        Jetzt wo ich es weiß 🙂 ist es vielleicht mal ne Idee Abdichter zu besorgen, wenn es nicht zu sehr ins Gewicht geht…
        Heringe:
        Jup, die sind bekloppt schwer! Habe es genau wie du gemacht. Bei mir sind aber 12 leichte dabei.
        (Wo lässt du die 2 Heringe weg!? Das gelert hat je Innen- und Außenzelt 3 Heringe im Kopf- und Fußbereich, macht 12+2 für die Abspannleinen.)
        Bei Schlechtwetter kommen noch 2 Stahlheringe für die Abspannleinen mit, da sonst leider keine leichten Heringe mehr vorhanden… Ansonsten tuts ein Stück Holz, Stein,…
        Habe ich noch nicht ausprobiert, aber es könnte sogar klappen nur die Hälfte der Heringe zu brauchen, wenn man per Schlaufen das Innenzelt mit an den „Außenheringen“ befestigt…

        Wassersäule:
        Ich weiß nicht ob die 500ml so ausschlaggebend und „wahr“ sind, ich denke jeder Hersteller gönnt sich seinen eigenen Spielraum bei den Angaben… Bei dem was es bisher ausgehalten hat (Stärke+Langzeit) bekommt das gelert von mir min. ne 5000er Wassersäule…

        – „Lampenbefestigungsschlaufe“ ist mir bisher im gelert auch noch nicht aufgefallen, ich geh nochmal suchen…
        – „Taschen/ Beutel kürzen,…“ ist ne gute Idee. Ich habe bisher alles dran gelassen, auch die unnötige PVC-Fenstertasche am Zeltbeutel…

      • So, das „Grand Canyon“ hat nun auch bei mir die erste Woche Einsatz incl. einer Regennacht hinter sich (ich bin direkt nach dem ich meinen Kommentar geschrieben hatte losgezogen 😉 und hat sich bestens bewährt. Mit meinen 1,85 m war es anfänglich etwas beklemmend, aber, wie jemand in einer englischsprachigen Rezension so schön geschrieben hat: „this tent grows on you“. Es kam mir tatsächlich von Nacht zu Nacht weniger eng und zum Schluss von fast geräumig vor. Man gewöhnt sich eben an (fast) alles… Für mich der wesentliche Punkt in Punkto Raumempfinden ist, meine Beine bei Bedarf durchstrecken zu können, und das ist bei diesem Zelt gerade eben noch möglich (wenn ich die Zehenspitzen ganz in die Spitze hineinschiebe. Ginge das nicht, würde ich wohl tatsächlich Beklemmungszustände bekommen. Personen über 1,85 m ist also eher von diesem Zelt abzuraten.

        In der einzigen Nacht, in der es durchgängig geregnet hat, hat sogar noch meine Freundin mit mir im Zelt geschlafen, die allerdings bedeutend kleiner ist als ich. Vom Platz war es natürlich schon sehr grenzwertig, aber erstaunlicher Weise hatten wir keinerlei Probleme mit Kondensationsfeuchtigkeit im Innenzelt!

        Ich habe übrigens die sechs Nähte am Zeltboden von Innen mit schwarzem Gaffer Tape abgedichtet. Hat sich bewährt: keine Feuchtigkeit, das Tape hält bombenfest und schlägt mit ca. 20 g zu Buche.

        Offenbar gibt es tatsächlich leicht unterschiedliche Versionen des Zeltes, unabhängig davon, von welchem Hersteller es angeboten wird – in einer englischen Rezension wurden jedenfalls die Innentasche und die Lapenschlaufe lobend erwähnt, so kam ich überhaupt darauf. Beim aktuellen Grand Canyon fehlt jedenfalls beides, was allerdings zu verschmerzen ist.

        Ein Tipp noch in diesem Zusammenhang: ich habe festgestellt, dass es sich wunderbar mit einem Ebook à la Kindle Paperwhite oder einem kleinen Tablet im Zelt lesen lässt, wenn man das Gerät vorne in die vordere Spitze des Zeltes „einklemmt“ und sich, die Arme unter dem Kopf verchränkt auf dem Bauch legt. Das Gerät kann man gut an diesem Ort lassen, denn es spannt die Ecke noch ein klein wenig auf und verschafft einem so zwei oder drei kostbare Zentimeter Kopffreiheit. Wenn man die Leuchtstärke auf das Maximum erhöht, dient es einem zugleich als Zeltbeleuchtung!

        Habe ich noch nicht ausprobiert, aber es könnte sogar klappen nur die Hälfte der Heringe zu brauchen, wenn man per Schlaufen das Innenzelt mit an den “Außenheringen” befestigt…

        Zu den Heringen: da gibt es also doch noch einen Unterschied! Das Grand Canyon hat noch zwei zusätzliche Schlaufen an den Seitenwänden des Aussenzeltes, also insgesamt 8 und nicht 6. Trotzdem komme ich ohne nennenswerte Stabilitätseinbußen mit 10 Heringen aus. Wie? Ganz einfach: für das Innenzelt brauche ich keinen einzigen Hering. Ich spanne es beim Aufbauen zuerst provisorisch an Kopf- und Fußspitze mit je einem Hering auf. In der Breite spannnen die Stangen es so gut auf, das an den Seiten keine Heringe nötig sind. Wenn ich das Aussenzelt an den Standen festgebunden habe, nehme ich jeweils den Hering an der Spitze des Innenzeltes heraus und schiebe – wie du es selbst schon angedacht hattest – einen Tel der doppelt gelegten Gummischlaufe vom Aussenzelt durch die Schlaufe vom Innenzelt und spannen dann beide mit nur einem Hering ab – das klappt super und ist völlig stabil, zumal das Aussenzelt dann ja noch (bei meinem Zelt) mit ingesamt 6 weiteren Heringen sicher abgespannt wird.

        Von den Abspannleinen bekommen nur die vorderen beiden ihren eigenen Hering, die hinteren dürften bei der Form des Zelten kaum zur Stabilisierung beitragen, geschweige denn nötig sein. Hier kommt es nur darauf an, die Belüftung sicherzustellen. Dafür nehme ich einen kleinen Stock, etwas Länger als der „Deckel“, an dem ich es befestige, indem ich an beiden Seiten direkt an der Öse das Abspannseil ein paar mal darum wickele und schließlich die beiden Seile am Hering, mit dem die Fußspitze abgespannt ist mit einer Schleife festbinde. Damit steht die Klappe weit genug offen, um den Luftzug zu garantieren.

        Ich pflichte dir im Übirgen bei, was die Angaben zur Wassersäule betrifft. Bei Globetrottel erklären sie jedem Wochenendzelter, er bräuchte unbedingt ein 500€-Zelt mit ebenso vielen cm Wassersäule, aber selbst die wettermäßig hartgesottenen britischen Camper benutzen fast immer preiswerte Zelte, die mit 2000 mm oder weniger.deklariert sind. Nun ja, mit etwas Imprägnierspray übersteht wohl auch das dünnste Aussenzelt eine Regenwoche, vorausgesetzt die Nähte sind ordentlich abgedichtet.

  3. Hallo!

    Ich bin über das MTB-News.de Forum hier gelandet. Auf der Suche nach einem günstigem, kleinen und leichten Zelt hatte ich mich immer mehr auf das Gelert Solo 1 festgelegt. Dieses gibt es allerdings nicht mehr. Man stolpert im Inet dann recht schnell über das Yellowstone Matterhorn 1 welches als Nachfolger genannt wird.

    Ich bin dann auf die Homepage von Gelert gegangen. Dort wird nun ein Gelert Track1 (http://www.gelert.com/gelert-track-1-man-tent-783104?colcode=78310490) und ein Gelert Track 2 (http://www.gelert.com/gelert-track-2-tent-783105?colcode=78310590) gelistet.

    Das Track 1 wird derzeit für 28,80€ verkauft: http://de.sportsdirect.com/gelert-track-1-man-tent-783104?colcode=78310490 Das Track 2 gibt es für 38,40€ http://de.sportsdirect.com/gelert-track-2-tent-783105?colcode=78310590

    Da meine Frau evtl. auch mal mit will und ich genrell etwas mehr Platz bevorzuge habe ich mir das Gelert Track 2 heute bestellt. Wenn es ähnliche Eigenschaften wie das hier vorgestellte Gelert Solo 1 hat sollte es für meine Vorhaben ausreichen.

    Meint ihr man findet für diese Zelte irgendwo ein passendes Alu-Gestänge?

    • So, ich war nun über 2 Wochen auf Trekkingtour über die Alpen und hatte mit das Grand Canyon Richmond 1 bei Amazon gekauft. Kostete „leider“ EUR 58,- aber mit kostenlosem Versand. Egal.
      Also, das Richmond 1 ist wohl ein Lizenznachbau vom Gelert Solo, welches es nicht mehr gibt. Auch hat es etwas andere Features. Innentasche und Lasche gibt es nicht. Schade. Vielleicht nähe ich mir sowas an. Für Uhr, Brille und Taschenlampe wäre das super.
      Aber es hat schwarze Abspannleinen (nutzlos, weil vieeeel zu kurz und daher keine Belüftung!), die man nicht sieht und die Farbe ist eher ein Tarnoliv (Bundeswehr Gelb-Oliv). Mir hat das bei einigen Nächten von Wildcamping sehr geholfen. In der Tat schlief ich mehrmals neben einem Gebüsch an einem See und morgendliche Spaziergänger hatten mich nicht entdeckt, obwohl sie 5m entfernt vorbei spazierten. Glück gehabt.

      Weniger Glück hatte ich mit der Wasserdichtigkeit.
      Das Zeltdach leckte irgendwie und es tropfte meine Schlafsack an den Füssen voll. Draussen schiffte es kräftig. Zudem musste ich eine groteske Fehlkonstruktion feststellen. Da die Zeltstangen nicht rund sondern oben flach sind, bildet sich bei Regen am niedrigeren Teil ein See, der nicht abfliessen kann. Da ging dann das Wasser irgendwie durch.
      In Torbole am Gardasee ging dann die Welt unter (Sintflutregen) und das Wasser am Campingplatz stieg fast knöchelhoch. Obwohl die Seitenwannen des Bodens hoch genug waren, lief das Zelt innen teils voll, vom Boden her. Es kommt durch die Bodennähte durch, an den Seitenlaschen. So eine Schei**konstruktion!!
      Bin noch am überlegen, ob ich das irgendwie abkleben kann oder es zurückgeben.

      Obwohl ich unter 1.70 m groß bin, hatte ich die ersten Nächte leichte Anfälle von Klaustrophobie. Aufrichten geht nicht, Umdrehen nur sehr vorsichtig. Hose anziehen unmöglich, Hemd auch. Die Arme kann man nur bis zum Ellenbogen spreizen. Und wenn man ins Zelt will, muss man sich auf den Bauch legen und reinrobben.
      Klar, irgendwann gewöhnt man sich an alles. Aber irgendwie ist es das nicht das Wahre.
      Der Fußteil geht nur bis Schuhgröße 41, danach stoßen die Zehen an das Innenzelt. 10cm höher wäre genau richtig. Und 15cm mehr Kopffreiheit fehlt genau, dass man sich auch mal hinsetzen kann.

      Ich schaue derzeit, ob ich nicht ein knapp etwas größeres Zelt (Salewa Micra II) besorge.
      Aber Gelert hat seit wenigen Tagen neue Zelte auf seiner Homepage. Das Gelert Track 1 Man Tent scheint das alte Solo 1 zu sein, nur eben mit genau diesen etwas größeren Dimensionen und mit 1.8kg etwas größer.
      Das wär’s genau gewesen für mich.

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