UL ultralight?

ja spinnen die?

Diese Frage kann sich einem stellen, wenn man mitbekommt, dass manch einer sich über 5g den Kopf zerbricht, seine halbe Ausrüstung mit Bohrlöchern und Ausfräsungen versieht, an neuer Kleidung erstmal die Schere ansetzt und sogar den Beipackzettel vom Zelt entfernt um Gewicht zu sparen.

Vor einigen Wochen, als ich am Basteln neuer Ausrüstung war und alt gegen neu wog, habe ich mich kurz bei dem Gedanken erwischt, das die Ultralight-Enthusiasten irgendwo schon recht haben. Es summiert sich. Hier 5g weniger, dort ein bisschen weg genommen, dies zu Hause gelassen und aus 5g werden 100g, gar 500g. Meine eigentliche Devise war eine Tafel Schokolade mehr oder weniger ist mir egal. Aber auf meinen Touren habe ich gemerkt, dass 400g mehr oder weniger am Lenker oder im Seatbag einen gehörigen Unterschied im Fahrverhalten ausmachen können.

Seitdem bin ich (noch) nachdenklicher geworden wo man Gewicht sparen kann, wie man effektiv packen kann. Man sollte aber seinen gesunden Menschenverstand behalten beziehungsweise befragen. Unter anderem ist der Kosten-Nutzenfaktor für mich ausschlaggebend. Da kommt die Schokolade wieder ins Spiel, das Doppelte oder gar Dreifache für einen Schlafsack oder ein Zelt auszugeben nur um 200-300g zu sparen, never ever. Die Edelstahltasse durch eine 4-5mal so teure Titantasse ersetzen um 30-50g zu sparen. No. Man sollte immer abwägen. Anstatt mir zum Beispiel eine Isomatte für 60€ zu kaufen, zahle ich lieber 30€ mehr für eine Isomatte die 200g leichter ist. Ich denke die Relationen sind wichtig.

Die Sinnhaftigkeit beim Wegnehmen von Material, sei es durch Löcher bohren oder das entfernen von Etiketten lasse ich mal dahingestellt. So lange es der Struktur und der Nutzbarkeit des Objekts keine Einbußen beschert und eine markante Gewichtsersparnis bringt kann man darüber nachdenken.
Mir ist Haltbarkeit und Robustheit wichtiger als Gewicht. Als Beispiel der trangia-Brenner. Durch stetige Modifikation und Veränderung meiner Kochausrüstung hat sich nun der gute Trangia zum schwersten Teil entwickelt. Ca. 110-150g, keine Ahnung was ein DYO-Coladosen-Kocher wiegt, aber ich schätze keine 20g. Das ist ein spürbarer Unterschied. Aber der Trangia bietet durch seine Verschließbarkeit und seine Robustheit entscheidende Vorteile.

Advertisements

Ein Gedanke zu “UL ultralight?

  1. Grob gesagt liegen die Kosten so bei 1€ pro Gramm nach oben wie nach unten. Manchmal kann man mit wenig Mitteln effektiv Gewicht sparen – so hab ich am Fatbike einfach dadurch, dass ich Schlauch und Felgenband getauscht habe knapp 500 g (!) gespart – ohne bisher feststellbare Nachteile.

    Beim Kochsystem habe ich mich auch für einen 700ml Edelstahlbecher für 16 Euro und gegen einen Titanbecher für 50 € entschieden. Titan ist m.E. eh überbewertet (auch bei Fahrradrahmen).

    Kocher: hab mir so ’nen Dosenkocher gebaut, bin super zufrieden. Simmern muss ich nicht, im Prinzip muss ein Kocher nur möglichst schnell Wasser heiß machen. Brennstoff messe ich vorher ab, das funzt gut.

    Ansonsten: Gewicht sparen wo’s Sinn macht und nicht weh tut, aber nicht übertreiben. Ein Kilo mehr oder weniger macht zwar schon was aus, aber nicht SO VIEL.

    Happy Trails!

wenn du Lust hast beteilige dich (comment)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s