Tourenmodus

der Weg zur inneren und fokussierten Ruhe

Part1
Die ersten Kilometer auf einer Tour, der erste Abschnitt sind meist unruhig. Neben den Gedanken daran ob man etwas vergessen hat, ob alles ausgeschaltet und verriegelt ist, wie sich das Wetter und die gewählte Route entwickeln, scheint der Rucksack zu schwer, die Taschen am Bike unausgeglichen gepackt, der Sattel wie ein Fremdkörper und der Tritt in die Pedale ist zu schnell und unruhig. Ein gleichmäßiger Tritt erfordert noch wache Konzentration und Aufmerksamkeit. Das Um-mich-herum prasselt freudig und aufgeregt ob des Rauskommens und Draußenseins auf mich ein. Irgendwo dazwischen noch die Musik in meinem Ohr. Der Kilometerstand klettert langsam im einstelligen Bereich vor sich hin.

Part2
Meine Gedanken sind, zwischen der Wahrnehmung von Anstrengung und der (Fort)bewegung durch die Umgebung, immer noch in bewegtem Hin und Her.
Das Gewicht des Rucksacks ist noch spürbar, aber nicht mehr störend. Das Bike fährt sich mit den Taschen nun flüssig und agil. Das Drücken und Ziehen der Pedale ist gleichmäßiger und konstanter, erfordert aber immer noch etwas Augenmerk. Die Auffassung der Umgebung findet nun ruhiger und fokussierter statt. Allgemeines und alltägliches wird ausgeblendet, Details und Besonderheiten  werden sichtbar. Die Musik im Ohr bestimmt meinen Rhythmus und peitscht mich an. Der Kilometerstand scheint nun in 10km Schritten zu wachsen.

Part3
Meine Konzentration und meine Gedanken fokussieren sich mehr und mehr auf mich und meinen Körper. Anstrengung und Schmerzen erfordern meine Aufmerksamkeit. Die Fortbewegung, das Treten in die Pedale ist zur Aufgabe geworden. Die Musik im Ohr lässt einen kurz flüchten vor den Schmerzen und der Frage nach dem Sinn des Ganzen. Die Umgebung wird mehr und mehr zu uninteressanten, sich scheinbar wiederholenden Beiwerk bis auf wenige Ausnahmen die einen durch eine kurze Aufmerksamkeit die Anstrengung vergessen lassen. Eine Mischung aus Resignation und Ehrgeiz ist der Antrieb weiter zu kommen. Das Wachstum des Kilometerstands ist zur Arbeit und zum Ziel geworden.

Part4
Man ist im Tourenmodus. Die Gedanken lassen sich sanft lenken, ohne äußere Beeinflussung. In einer Art Rausch ist die Wahrnehmung verändert. Eindrücke verschwimmen bis auf wenige Nadelstiche aus den Beinen, die aus dem dumpfen Hintergrundschmerz noch zu einem durchdringen. Man scheint Eins zu sein mit seinem Fahrrad, mit der physischen Bewegung und dem Rhythmus der Musik im Ohr. Das Vorankommen, meine Bewegung durch den Raum erfahre ich, ohne wirkliche Kenntnisnahme von Details, in Form von Landschaftssequenzen die ich im Nachhinein als Bilder im Kopf habe und durch den sich bewegenden Punkt auf der Landkarte des GPS. Die angenehm dröhnenden Reifen unter mir lassen mich wissen, dass der Kilometerstand auf dem Tacho kontinuierlich wächst, dieser hat aber seine Relevanz verloren.

Lese mehr unter Leidenschaft II, Rhythmus

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