Klickpedale

fest im Sattel Pedal

Wer einmal mit einer Fixierung des Fußes am Pedal gefahren ist wird nicht mehr auf die wesentlich effizientere Kraftübertragung verzichten wollen. Es gibt verschiedene Optionen um den „runden Tritt“ zu ermöglichen. Klickpedal_m324

Mit einem einfachen Platformpedal komme ich zwar vorwärts, dies aber nur sehr einseitig, da ein solches Pedal nur das Drücken ermöglicht. Wesentlich effizienter und ausgeglichener und damit energie- und kraftsparender ist dagegen der „runde Tritt“. Eine gleichmäßige Bewegung aus Drücken und Ziehen der Pedale. Im einfachsten Fall mit jeweils einem Riemen am Pedal, der als Lasche/ Schlaufe geformt, den Schuh umgreift zu bewerkstelligen. Solch einen Pedalriemen kann man leicht selber basteln oder im Radhandel erwerben. Spezieller sind dann Konstruktionen mit erweiterter Fixierung. Je nachdem ob aus mehrerer Riemen oder Stegen zusammengesetzt  entsteht so eine netz- oder käfigartige Einfassung für die Schuhe.

Darüber hinaus gibt es Systeme die eine starre Verbindung zwischen Schuh und Pedal durch Einrasten ermöglichen, sogenannte Klickpedale oder Clickies. Neben dem Bedarf spezieller Schuhe für diese Systeme, die die Anbringung des Gegenstücks zum Einrast-Mechanismus auf dem Pedal ermöglichen, und den höheren Anschaffungskosten hält viele Leute vor allem die Angst vor dem „mechanisch eingerastet Sein“ ab sich für Klickpedale zu entscheiden. So greift man, oft auch erstmal zu Testzwecken, zu Käfigen oder einfachen Riemenlösungen. Ich halte nicht viel von diesen, wenn auch simplen und günstigen, Mitteln. Sie sind in meinen Augen unpraktisch, unkomfortabel und gefährlich. Das Gewicht solcher Konstruktionen trägt meistens dazu bei, dass das Pedal kopfüber, also genau falsch herum hängt. Der Fahrkomfort selber hält sich in Grenzen, man kann zwar nun am Pedal ziehen, hat aber meist Spiel zwischen Schuh und Pedal, das heißt der Schuh bewegt sich erstmal innerhalb des Käfigs, bevor er Kraft auf das Pedal ausüben kann. Dies kann zu einem unruhigen Rhythmus beim Fahren und ineffizienter Kraftübertragung führen. Zudem bieten Größe und Form eine hohe Gefahr sich irgendwo zu verfangen, wenn es durchs Unterholz geht oder man auf technisch anspruchsvollem Gelände mal nicht fixiert fahren will. Und zu letzt ist gerade die größte Angst vor den Klicksystemen, das „nicht mehr Loskommen“, in meinen Augen eher bei den Käfiglösungen angebracht.

Ein Käfig oder eine Schlaufe bietet nur eine Möglichkeit rein und wieder raus zu kommen, von hinten, entgegen der Fahrtrichtung. Bei einem Sturz zieht/ dreht es mir den Fuß aber in eine willkürliche Richtung vom Pedal. In den seltensten Fällen erfolgt ein Abgang rücklings vom Rad, sondern nach Vorne oder zur Seite. Da wir ein Käfig schnell zu Falle. Hier bieten Klicksysteme neben der starren Fixierung auf dem Pedal, die eine direkte Kraftübertragung beim Ziehen und Drücken des Pedals erlaubt, einen weiteren riesen Vorteil. Ein Lösen der Verbindung ist im Notfall in fast alle Richtungen gegeben. Eigentlich „verlässt“ man ein Klickpedal durch eine seitliche Drehung des Fußes/ der Ferse. Die Härte/ Stärke der hierfür benötigten Kraft lässt sich bei so gut wie allen Klickpedalen sehr genau einstellen.
Eingerastet wird durch „spitzes“ Aufsetzen des Fußes/ des Gegenstücks und eines nachfolgend beherzten Drucks auf die Ferse. Die hierfür benötigte Kraft lässt sich zwar nicht direkt einstellen, hängt aber meinem Gefühl nach mit der Auslösekraft zusammen. Oder es scheint nur so, da man immer etwas den Fuß dreht bei einem Sturz oder „druckvollen“ Fahrmanövern, jedenfalls bei (zu) leichter Einstellung kann sich zum Beispiel bei einem „pedalunterstützten Bunny-Hop“ der Schuh scheinbar auch auf der Achse längs des Fahrrads und/oder „vertikal“ lösen. Die notwendige Kraft hierfür ist zwar wesentlich größer als die zur, eigentlich angedachten, seitwärtigen Lösung aus dem Pedal, aber es ist möglich und das kann bei einem Sturz sehr nützlich sein.

Ähnlich wie beim Einstellen einer Skibindung bedarf es etwas Geduld und Zeit des Ausprobierens um die für einen richtige Einstellung zu finden, die es einem erlaubt sportlich, mit Druck zu fahren, aber im Notfall leicht und schonend genug für die eigenen Muskeln und Gelenke auslöst. Ich fahre mit einer relativ leichten Einstellungen, deren Grenzen nach oben (vgl. Bunny-Hop) ich kenne, die mir aber immer noch druckvolle und spritzige Fahrmanöver gestattet. Beim Bikepacking ist das Bike eh meist zu schwer um wirklich irgendwo mal „abheben“ zu können. Mir kommt es vor allem darauf an einen „rundenTritt“ fahren zu können, auf einer Tour meine Muskeln gleichmäßig zu belasten und im Notfall gezielt nur Ziehen oder nur Drücken zu können, wenn die Beine mal wieder an ihren Grenzen sind. Und da man auf Touren auch mal die ein oder andere Stadt mit vielen Ampeln passiert oder besichtigt ist eine leichtere Einstellung oftmals komfortabler.

Es gibt, oft sehr spezifische, Klicksysteme verschiedener Hersteller. Nach Jahren elterlicher Beeinflussung, die eventuell noch auf den Erfahrungen der ersten „fehlerhaften“ und unausgereiften und damit gefährlichen Klickpedale beruht , probierte ich, angefangen mit einfachen Riemen, dann Käfige vom Flohmarkt, das „runde Treten“ aus. Aber die oben genannten Nachteile waren zu groß.
Da eh neue Fahrradschuhe anstanden wollte ich zusätzlich, möglichst günstig, ein Klicksystem testen. Die SH PD-M324 waren günstig, boten dank der Kombination Platform und Klickmechansimus auf je einer Seite eine ideale Testgrundlage und das SPD System samt Hersteller waren etabliert und verbreited. Die Dinger fahre ich auch heute noch. Einzig das Gewicht mag für einige ein Nachteil sein, aber ansonsten sind sie günstig, robust, vielseitig und zuverlässig. Natürlich steht ein solches Pedal an der Ampel auch gerne mal „kopfüber“, aber von alleine auf den Kopf drehen tun sie sich eigentlich nicht. Im Notfall einfach die Pedale nicht mehr zu gut ölen/schmieren und das Pedal wartet an der Ampel brav in Position.
Für den Alltag oder die Fahrt in Badelatschen am Tourenziel sind sie auch geeignet. Hinzu kommt die, gerade auf langen Touren, Sicherheit, dass man eine Alternative zu einem eventuell kaputt gehenden Einrast-Mechanismus hat.

Wenn ich im Alltag auf dem Rad mit normalen Schuhen unterwegs bin fühlt sich das immer an wie „halbes Treten“, da fehlt dann einfach etwas. Daher ein Vote für Clickies.

Lese mehr unter Tourenmodus und Rhythmus

Werbeanzeigen

wenn du Lust hast beteilige dich (comment)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s