Warum rackless, warum nicht mit dem Reiserad?

„rackless not reckless I“

Freiheit, die absolute Freiheit.
Ich brauche nur die Augen schließen und erlebe sie in der Erinnerung.
Weitläufige Ackerflächen, flirrende Hitze, ein staubiger Schotterweg, tropfender Schweiß. Zügigen Trittes zum Beat der Musik im Ohr gleitet man durch die Landschaft. Ich erhebe mich, schwerfällig von den letzten Tagen und Kilometern, aus der Liegeposition auf dem Lenkeraufsatz und richte mich im Sattel auf. Der schwül-warme Gegenwind erfasst mich nun voll. Ich strecke die Arme zur Seite aus, lege den Kopf in den Nacken und fliege dahin. – Freiheit!

Die müden Beine, mein Rücken und mein Gesäß sind für den kurzen Positionswechsel dankbar. Neue Kraft und Energie erfüllt mich. Ich lege mich wieder entspannt auf den Lenkeraufsatz und trete zügig weiter. Ich bin bei mir, – mit mir. Mein Körper und die stete Bewegung sind das einzige was ich wahrnehme.

Nahezu jeder Weg und jedes Hindernis lässt sich mit einem Bikepacking-Setup befahren, oder zumindest bewältigen. Ich bin frei in der Wahl meiner Wege. Auf asphaltierten Radwegen, auf Schotterpisten und auf bockigen Wald- und Wiesentrails, ich kann mit einem solchen Setup überall sicher und entspannt fahren. Natürlich muss ich bei beiden Extremen Abstriche machen. Das 28“-Reiserad mit dünnen Straßenreifen und größerer Übersetzung tritt sich wahrscheinlich leichter auf Asphalt und der klassische Mountainbiker wird im Gelände einfacherer zurechtkommen, aber für mich ist beides immer noch komfortabel möglich.
Wie oft habe ich es erlebt, dass Ansammlungen von Reiseradlern ratlos und verunsichert vor plötzlich endenden Radwegen oder verlockenden querfeldein Abkürzungen standen, sei es vor einer Baustelle oder vor einem grobfurchigen Acker- oder Waldweg. Für mich hieß es nur, den Pop-Lock der Gabel ausschalten, Hintern aus dem Sattel, Runterschalten und im selben Rhythmus oder notfalls im Wiegetritt weiterfahren.

Wären die finanziellen Möglichkeiten gegeben, hätte ich meinem geliebten, schmutzig in der Ecke stehenden, 2-bereiften schwarzen Wallach schon längst eine dicklich bepackte Reiserad-Dame zu Seite gestellt. Ich saß zwar noch nie auf einem vollbepackten Reiserad und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ich bei zügiger Fahrt (+/- 30 km/h) freihändig oder auf dem Lenkeraufsatz liegend auf unebenen und teils kurvigen Wegen entspannt fahren kann. Dennoch das klassische Reiserad übt eine starke Faszination auf mich aus. Mit seiner enormen Langstreckentauglichkeit, seiner technischen Robust- und Einfachheit, seinem ganz eigenen Reisetempo und der daher andersgearteten Wahrnehmung und Kommunikation mit seiner Umgebung ist und bleibt das Reiserad etwas Besonderes.

Aber es ist diese besondere Fahrdynamik, Mobilität und Spontanität die das Rackless-Touring für mich so einzigartig machen. Es findet sich immer ein Weg. Beim Bikepacking kann ich manch schönen Ort anfahren, manch schöne Route nehmen, die für einen Reiseradler nicht erreichbar oder (be)fahrbar sind.

Lest mehr dazu unter Der Unterschied, Reiserad- und Bikepackingsetup oder unter Leidenschaft II

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